Brüder auf Radtour

 

Mutter Basilea bei Franziskus-Figur

 

Brüder und Freunde

„Ach, da gibt es auch Brüder – das wußte ich gar nicht!“

sind Worte, die wir gelegentlich hören. Ja, es gibt uns – schon seit 1967.

Weil wir eine kleine Schar sind und nicht so viel im Außendienst, sind wir nicht so bekannt. 20 Jahre nach der Gründung der Evangelischen Marienschwesternschaft rief Gott uns ins Leben als eigene geistliche Lebensgemeinschaft in Darmstadt-Eberstadt. Seither leben und arbeiten wir mit auf Kanaan, unserer Lebens- und Wirkungsstätte. Der Weg der Bruderschaft begann am 1. Dezember 1967 mit der Einkleidung der ersten Brüder. Heute zählen wir neun Brüder aus Deutschland, Großbritannien, Kanada, Norwegen und U.S.A.

Franziskus! Was für eine Faszination geht von diesem schlichten Mann von Assisi aus! Mutter Basilea war schon viele Jahre vor der Gründung unserer Bruderschaft Franz von Assisi innerlich begegnet und dadurch gesegnet worden. Sie bezeugt im Vorwort zu dem kleinen Heft Franziskus und seine Stätten reden heute: „In seiner Persönlichkeit, seinem Wesen und Leben be-gegnete mir das Ur-Evangelium: ,So ihr nicht werdet wie die Kinder … – Vater, ich preise selig, dass du sol-ches nicht den Weisen, sondern den Unmündigen, Kleinen, Toren offenbart hast …‘ Die herzbezwingende Kindlichkeit und Demut des Franz von Assisi als die Wurzel aller Vollmacht im Dienst für Jesus erfasste mein Herz … Die brennende Liebe zu Jesus, aus der Reue geboren, die nahe Herzensverbindung mit ihm, der Quelle aller Freude, wie sie mir in seinem Leben entgegenkam, bestärkte mich in dem Wunsch: ,Mehr lieben möchte ich Jesus !‘“

Als Kanaan-Franziskusbrüder sind wir berufen, nach den Grundregeln Kanaans zu leben, deren wichtigste ist: „Tut Busse, das Himmelreich ist nah.“ So soll durch unser gemeinsames Leben etwas vom Himmelreich, vom Reich Gottes unter uns aufleuchten und damit der Dreieinige Gott verherrlicht werden. Und dafür ist die Praxis unseres Alltags das beste Übungsfeld. Jeder Bruder für sich sucht eine immer wachsende Verbindung zu Gott, nimmt aber auch gerne teil an den gemeinsamen Gebets- und Anbetungszeiten. Das tägliche Drei-Uhr-Gebet im Gedenken an das Leiden, Sterben und, die Auferstehung Jesu ist eine Hilfe, an Ihn angeschlossen zu bleiben. Und zusammen mit den Schwestern und Gästen schätzen wir die sonntäglichen Gottesdienste auf Kanaan mit heiligem Abendmahl.

Als die ersten Brüder kamen, war Kanaan praktisch schon fertig, auch wenn wir im Lauf der Jahre viel mit Bauarbeiten zu tun hatten. Bereits seit den ersten Jahren hatten die Brüder auch manche Aufgaben bei Rüstzeiten und im Reisedienst und konnten Erfahrungen des gemeinsamen geistlichen Gutes weitergeben, wie es bis heute z.B. bei der Betreuung männlicher Gäste geschieht. In der Zusammenarbeit mit den Schwestern waren durch alle Jahre auch unsere praktischen Gaben gefordert – u.a. in Technik, Handwerk, Gartenbau. Dabei wächst ganz im Verborgenen unser eigenes geistliches Leben. Die Leitung des Heiligen Geistes wollen wir erkennen und ihr von ganzem Herzen folgen.

Wenn unser Leben auch in vielem nicht den Vorstellungen unserer Zeit entspricht, und wir nach irdischen Maßstäben nicht viel vorweisen können, so sehnen wir uns doch danach, immer brauchbarere Kanäle für den Herrn zu werden. Wir wollen den Weg der ersten Liebe zu Jesus gehen – und dabei erfahren, was es heißt als Mann zur Braut Jesu Christi zu gehören, in ganz ausschließlicher Liebe.

Darum wollen wir heute in Gottes Gegenwart leben und ganz von unserem himmlischen Vater abhängig sein, so dass wir bezeugen können: Er lebt, Er hat uns erschaffen und Er wird uns auch vollenden – zu dem Ziel, das Er seit Grundlegung der Welt schon für jeden von uns und für all die vielen, die Ihn lieben, im Herzen trägt. Frühling 2014