Im amerikanischen Fernsehen wurde Billy Grahams
Tochter Anne Graham-Lotz
zum 11. September 2001 interviewt:
Wie konnte Gott so etwas zulassen?
Sie antwortete: „Ich bin sicher, daß Gott, wie wir alle, zutiefst betrübt ist darüber. Aber seit Jahren haben wir von Gott gefordert, Er solle aus unseren Schulen heraus – heraus aus unserer Regierung – heraus aus unserem Leben … Wie können wir erwarten, daß Gott uns weiterhin Seinen Segen und Seine Bewahrung zuteil werden läßt, wenn wir von Ihm verlangen, daß Er uns verläßt?"
Auch wir fragen: „Wie konnte Gott dieses Massaker in Erfurt zulassen – wo war Gott am 26. April?" Wir suchen nach einer Antwort, und wir wissen: In Ratschlägen, Gesetzesänderungen, Schutzmaßnahmen ist die eigentliche Lösung nicht zu finden. Doch nicht wir haben zu fragen, sondern Gott fragt.
Gott fragt uns. Und Er gibt uns auch selbst die Antwort. Er nennt uns die wahren Ursachen einer solchen Tat und hält uns den Spiegel der Wahrheit vor:
Habt ihr nicht in den Massenmedien den Mann mit dem Messer – den Mann mit der Pistole – als Idealgestalt angepriesen, unzählige Horrorfilme gemacht, angeschaut oder geduldet? Ihr habt Meine Gebote verworfen, ihr habt sie für ungültig erklärt. In diesen Geboten hieß es: „Du sollst nicht töten." Solange sie gültig waren, konnten Terrorismus und Chaos nicht den Siegeszug über die Völker antreten, euch Grauen und Entsetzen bringen. Ihr selbst habt dieses Grauen hervorgerufen, unter dem ihr jetzt verzweifelt aufschreit.
M. Basilea Schlink, Das letzte Wort spricht Gott
Der spielerische Umgang mit Gewalt und Tod ist uralt, hat aber durchaus eine lebensbejahende Seite. Denken wir zum Beispiel ans Puppentheater, wenn Kasperle Tod und Teufel den Garaus macht – aber dabei siegt immer das Gute über das Böse.
Schwerer dürfte wiegen, daß es Computerspiele ermöglichen, sich dem Morden allein und über lange Zeit hinzugeben. Das gewalttätige Spiel wird nicht als geselliges Tun aus dem Alltag herausgelöst, sondern kann sich umgekehrt in den Alltag Vereinzelter hineinfressen und unter Umständen neurotisch verfestigen. Zumal dann, wenn das Spiel zur Kompensation von Demütigungen gesucht wird.
Matthias Kamann, Die Welt, 7.6.2002
Unsere Generation muß nach Jesaja 5,20 bekennen: Weil wir Böses gut und Gutes böse geheißen, aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis gemacht haben, darum ist es so weit mit uns gekommen. Wir haben die Weichen falsch gestellt. Wer Finsternis mehr liebt als Licht, entfernt sich damit von Gott und wendet sich Satan zu – oft ohne es zu wollen und zu merken.
Satan verleiht Macht und Überlegenheit und ist zugleich ein Mörder von Anfang an. Wie zugkräftig sind darum heute solche Gruppen, die sich in der einen oder anderen Weise ihm anschließen – selbst wenn sie angeblich nicht an ihn glauben.
In einem alten, selbst zurechtgemachten Auto ging eine Gruppe norwegischer Abiturienten im Mai 2002 auf Fahrt. „Gefallene Engel" nannten sie sich – „liebe Jungen", sagten alle, die sie kannten. Auf ihre in Norwegen übliche Abiturienten-Visitenkarte hatten sie ein brennendes Auto gezeichnet mit dem Namen „Hellraiser" (aus einem okkulten Horrorfilm), dazu die Abkürzung KIA (Killed in Action – an der Front gefallen). Das Auto ging in Flammen auf, 5 von 7 kamen um. Teufel, Dämonen, Hexen und Hölle sind heute zu einer amüsanten Unterhaltung geworden. Doch über kurz oder lang endet eine solche Unterhaltung tödlich.
Die Fakten sind erschütternd: Das nationale Zentrum zur Verhütung von Verbrechen in den USA (National Center for Injury Prevention) gibt an, daß Mord derzeit die zweithäufigste Todesursache in der Gruppe der 10- bis 24jährigen sei. Von 1995 bis 1999 soll sich im Vergleich zu den drei vorausgegangenen Jahren die Zahl der Mordtaten mit mehr als einem Opfer vervierfacht haben.
Wir erleben: Die Sünde – das heißt, das Verwerfen der Gebote Gottes, bringt ein Volk ins Verderben (vgl. Sprüche 14,34). Der einzige Ausweg: Zurück zu den Geboten Gottes – „Du sollst nicht stehlen – Du sollst nicht ehebrechen – Du sollst nicht töten …" – zurück zu den Geboten, die keine Verbotstafeln sind, sondern die Gott uns als Rettungsseile zugeworfen hat!
Könnte in der Legalisierung der Tötung ungeborenen Lebens ein Grund dafür liegen, daß bei der heute aufwachsenden Generation die Tötungshemmschwelle so erschütternd tief gesunken ist? Steffen Heitmann (Justizminister a.D., Mitglied des Sächsischen Landtags) sagte dazu:
Kinder sind heute nicht mehr selbstverständliche Gabe Gottes, sondern verfügbares Gut. Macht sich jemand Gedanken darüber, welche Wirkung es auf die Seelen unserer Kinder hat, wenn sie erfahren, daß auch ihr Lebensrecht zur Disposition gestanden hat? … Hört man sich die Diskussionen an, entdeckt man in ihnen die Kinder vorwiegend in ihrer Rolle als Karriereverhinderer oder als künftige Rentenzahler und als Kostenfaktor. Die Erziehung eines Kindes entspricht dem Wert eines Einfamilienhauses. Und bitte: Wir brauchen und lieben zwar Kinder, aber stören dürfen sie nicht. Deshalb Kinderkrippe und Ganztagsschule für alle.
Meinen wir, unsere Kinder würden nicht den Kern dieser gesellschaftlichen Debatte spüren, in dem sie nicht als geliebte Wesen, sondern als Objekt kommerzieller Erwägungen stehen?
Steffen Heitmann, Rheinischer Merkur, 9.5.2002
Das Ende des Massakers von Erfurt sollte uns zu denken geben. Wir erinnern uns an den Satz des Lehrers, der durch alle Medien ging: „Erschieß mich, aber sieh mir in die Augen." Als sich der schwarz Vermummte die Maske vom Kopf zieht und sich seinem Lehrer zu erkennen gibt, „ruft ihn dieser an – entsetzt, aber vielleicht noch mehr erstaunt: ‚Robert!‘ Dieser Anruf ist das Echo eines großen Versprechens. Wem fiele nicht das biblische ‚Ich habe dich bei deinem Namen gerufen' ein, das allerdings bei Jesaja so weitergeht: ‚Du bist mein‘." (Wolfgang Büscher, Die Welt, 29.4.2002, Leitartikel)
Kinder und Jugendliche hungern nach Liebe – sie hungern nach einer Liebe, die sie bedingungslos annimmt, die sie fördert und ihnen zugleich Grenzen setzt. Und noch viel mehr hungern sie nach der Liebe des Einen, der sie persönlich beim Namen ruft – nach dem einzigen, der keinen von uns jemals enttäuschen wird – der ein Fels ist inmitten der Schrecken unserer Zeit. Mutter Basilea schrieb einmal an Jugendliche:
Vielleicht gehörst du zu denen, die viel Vergebung brauchen, weil jedes Böse gleich wieder das nächste nach sich gezogen hat, bis eine ganze Sündenkette daraus geworden ist, die du immer mit dir herumschleppen mußt? Das kann in einem Augenblick anders werden. Nimm Gott bei Seinem Wort: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen" (Jeremia 29,13–14). Sage Jesus deine Not – und deine Sehnsucht. Und auch du wirst Ihn erleben, wie Er ist, als den Einen, den uns kein Leid rauben kann. Haben wir Ihn, haben wir alles.
Das nachfolgende Gebet, mit aufrichtigem Herzen gesprochen, kann eine Lebenswende anbahnen und uns zum ersten Schritt auf dem Weg helfen, auf dem dieser größte Schatz unser eigen wird:
Herr Jesus Christus,
auch wenn ich Dich noch nicht kenne,
komme ich zu Dir
und bekenne Dir meine Sünde.
Bitte vergib mir … (konkret nennen).
Gib mir die Kraft, auch Menschen um
Verzeihung zu bitten,
an denen ich schuldig wurde.
Du sollst ab heute
der Herr meines Lebens sein.
Ich danke Dir, daß Du eines nicht kannst,
mich im Sumpf versinken zu lassen.
Ich bin jetzt in Deiner Hand,
die mich herausreißt aus den Tiefen,
weil Du mich liebst.
Laß mich Menschen treffen,
die mir auf diesem neuen Weg mit Dir
weiterhelfen. Amen.