Versöhnung steckt an!

 

Das Kanaanmotto “Tut Buße, das Himmelreich ist nahe”, die ureigene Botschaft Jesu (Matthäus 4,17), hat praktische Auswirkungen im Alltag. Vergib mir – es tut mir leid – kleine Worte, die alles wandeln können. Und was für das Gemeinschaftsleben gilt, das gilt auch auf der Ebene von Volk und Familie.

 

Vergeben und um Vergebung bitten sind Grundlage für jedes Vertrauensverhältnis.

 

In den fünfziger und sechziger Jahren drängte es Mutter Basilea, Brücken zu bauen zu Christen aus anderen geistlichen Traditionen im In- und Ausland und alles zu tun, daß Hindernisse aus dem Weg geräumt, Liebesbande geschlungen und Risse geheilt würden. In den letzten Jahren ist viel geschehen unter den Seinen. Über Mauern und Grenzen hinweg finden die Jesusliebenden zueinander, denn:

 

Je näher wir dem liebenden Herzen Gottes sind,

desto näher sind wir uns untereinander.

 

Im Schmerz über die Schuld unseres Volkes besuchte Mutter Basilea Stätten des Naziterrors im benachbarten Ausland. Nach den Greueln des Holocaust war es unseren beiden Müttern ein Herzensanliegen, Gottes Volk wohlzutun. 1961 eröffneten sie in Jerusalem ein kleines Erholungsheim für Juden (Beth Avraham), die durch die schweren Leiden der Konzentrationslager gegangen sind.

 

Bei der Einweihung sagte ein früherer Bürgermeister von Jerusalem: “Wir wollen alles andere langsam, langsam vergessen und die Versöhnung hier sehen und diese Liebe hier sehen, die Sie uns gebracht haben …”

 

Nie können wir Buße tun und einander die Hand zur Versöhnung reichen, ohne daß es Folgen hat. Wie ein Stein, der – ins Wasser geworfen – konzentrische Kreise zieht, so hat auch unsere persönliche Buße weitreichende Auswirkungen, manchmal bis in die Völker hinein, an denen wir schuldig wurden.

 

Diese Erfahrung durften wir nicht nur im Blick auf Israel machen. Gottes Geist trieb zu immer neuen Schritten der Umkehr und schenkte Versöhnung mit Tschechen, Polen, Holländern, Norwegern … Sühnetafeln in verschiedenen Ländern mit Texten der Beugung unter die Schuld unseres deutschen Volkes während der Zeit des Dritten Reiches sind Zeichen der Versöhnung.