Der verlorene Königstitel




 
 
 
 
 
 
 
 
 

Es hatte richtig angefangen. Die ersten Vertreter der Nationen haben Jesus mit der richtigen Frage gesucht: „Wo ist der neu geborene König der Juden?“ Sie suchten Ihn auch mit der richtigen Absicht: „Wir sind gekommen, Ihn anzubeten.“ Bereits in Bethlehem lässt sich Gottes Herzensanliegen erkennen, die Anbeter Seines Sohnes aus Juden und Nationen zusammenzuführen.
 
Doch dann wurde alles ganz anders. Den Juden war von der römischen Besatzungsmacht für einige Zeit das Recht entzogen, Todesurteile zu fällen. Darum wurde der Prozess gegen Jesus von der religiösen auf die politische Ebene umgelenkt. Nach Gottes Ratschluss mussten die Nationen mitbeteiligt sein an diesem Prozess. Denn Jesus trägt nicht allein die Sünde der Juden, sondern die der ganzen Welt, aller Völker und Nationen.
 
So wurde Er von Juden als Sohn Gottes angeklagt und von Römern als König der Juden verurteilt. Die Kriegsknechte krönten Ihn feierlich mit Dornen, fielen vor Ihm nieder und spien Ihn an. Die amtliche Schuldangabe ließ Pilatus dreisprachig am Kreuz anbringen, damit alle Schaulustigen, Neugierigen und Vorübereilenden Bescheid wussten, um welchen Verbrecher es sich handelte, um JESUS VON NAZARETH, DEN KÖNIG DER JUDEN.
 
Hätte dieser Königstitel nicht in vielen Chören und Oratorien gerühmt und besungen werden sollen? Hat Jesus nicht die Hölle unter diesem Titel besiegt? Warum blieb es so stumm um diesen Titel? Warum? Weil ein Schimpfwort nicht in einen Ehrentitel gehört. Schon sehr früh wurde das Wort „Jude“ zu einem Schimpfwort – und so ist es bis heute geblieben. Von Anfang an haben sich die Kirchen auf ihren Retter, Heiland und Erlöser konzentriert, aber Seine jüdische Identität dabei ausgeblendet. So konnte es durch Jahrhunderte zu grausamen Verfolgungen des jüdischen Volkes kommen.
 
Und heute? Es ist höchste Zeit, den Kreuztitel zum Ehrentitel zu erheben, Jesus von Nazareth als König der Juden anzubeten, zu rühmen und zu preisen! Die Ehrung und Heiligung Seines Namens bringt etwas in Bewegung: Heilung und Erneuerung in Familien, Gemeinden, Regionen und Nationen – eine noch ausstehende Reformation, auf die Gott schon sehr lange wartet und die Sein Herz mit tiefer Freude erfüllt.
 
Sr. Joela Krüger
© Evangelische Marienschwesternschaft e.V., Darmstadt
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