Unsere Regel läßt sich mit einem Satz umschreiben, mit dem Ruf Jesu: „Tut Buße, das Himmelreich ist nahe“ (siehe Matthäus 4,17).
Die Anfangserfahrung, dass nach Vergebung der Sünde Freude und Frieden unser Herz erfüllen, hat praktische Auswirkungen im Alltag. „Vergib mir bitte!“ – „Es tut mir leid!“ sind kleine Worte, die zerbrochene Beziehungen im Familien-, Berufs- oder Gemeinschaftsleben verwandeln können, ja sogar auf Völkerebene Veränderung bewirken.

 

Je näher wir dem liebenden Herzen Gottes sind,

desto näher sind wir uns untereinander.

 
Vergeben und um Vergebung bitten sind Grundlagen für jedes Vertrauensverhältnis.


Jesu letzte Bitte, dass alle, die an Ihn glauben, eins sein sollen (siehe Johannes 17,21), ist verbindlich für das Miteinander in unserer Gemeinschaft. Ganz unterschiedliche Temperamente, Altersgruppen, Charaktere und Nationalitäten geben uns Gelegenheit, Versöhnung im Alltag zu leben. Darüber hinaus ist es uns wichtig, mitzubauen an der Einheit all derer, die Jesus lieben.
 
Mutter Basilea besuchte schon in den fünfziger und sechziger Jahren geistliche Gemeinschaften anderer Konfessionen im In- und Ausland, damit Hindernisse aus dem Weg geräumt und Risse geheilt würden. Bis heute haben wir als evangelische Schwesternschaft herzlichen Kontakt mit katholischen, anglikanischen, freikirchlichen, orthodoxen und koptischen Gläubigen.

Nie können wir Buße tun und einander die Hand zur Versöhnung reichen, ohne dass es Folgen hat. Wie ein Stein, der – ins Wasser geworfen – konzentrische Kreise zieht, so hat auch unsere persönliche Buße weitreichende Auswirkungen.
 
Im Schmerz über die Schuld unseres Volkes reiste Mutter Basilea zu Stätten des Naziterrors im benachbarten Ausland. Nach den Gräueln des Holocaust war es uns ein Herzensanliegen, vor allem Gottes Volk, Israel, wohlzutun, aber auch Völkern, an denen wir Deutsche so schuldig geworden waren. Gottes Geist trieb zu immer neuen Schritten der Umkehr und schenkte Versöhnung mit Tschechen, Polen, Holländern, Norwegern, Dänen…
 
Tafeln mit Texten der Beugung unter das Leid, das sie durch unser Volk während der Zeit des Dritten Reiches erlitten hatten, wurden in verschiedenen Ländern als Zeichen der Versöhnung gerne angenommen und oftmals an besonderen Gedenkstätten angebracht.