WEICHENSTELLUNG – Im Zug des Humanismus




 
 
 
 
 
 
 
 
 

Als Wortführer der Jünger hatte Petrus gerade das starke Bekenntnis zu Jesus abgelegt: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, und Jesus hatte mit großen Verheißungen darauf geantwortet.
 
Hochgestimmt von diesem Erleben, folgte für Petrus ein Schock: die erste Leidensankündigung Jesu. Das durfte nicht wahr sein! Die eigene Existenz mitsamt der großen Gemeindevision wurde in Frage gestellt? Petrus reagiert spontan: „Gott bewahre dich! – Das widerfahre dir nur nicht!“
 
Jesus antwortet ihm unerwartet krass: „Geh weg von mir, Satan – du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ Zwei Fronten prallen aufeinander: „der Retter der Welt“ und „der Fürst dieser Welt“. Der Retter der Welt war im Begriff, den Fürsten dieser Welt zu entmachten durch Seine Ohnmacht am Kreuz.
 
Die Reaktion von Petrus war verständlich, berechtigt, mitleidend und im besten Sinne „christlich“. Doch Petrus war unbemerkt auf eine gefährliche Schiene „abgefahren“. Die Humanismus-Schiene ist verführerisch richtig, denn sie hat den Menschen im Blick – doch den Menschen ohne Gott. Zuletzt macht sich der gute Mensch ohne Gott selbst zum Gott.
 
Wenn Gleise anfangs parallel nebeneinander liegen, erkennen wir weder künftige Weichenstellungen noch den Zielbahnhof.
 
Gute Ratschläge, menschenfreundliche Schutzmaßnahmen und Hilfsangebote können unmerklich in eine entgegengesetzte Richtung führen. Denn parallel zum Reich Gottes wird ein anderes Reich gebaut mit den hohen Idealen von Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Humanität, die „One World“.
 
Wir wissen nicht, wie gefährdet wir sind. Aus diesem Grund hat Jesus uns im Vaterunser beten gelehrt: „Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Dieses Gebet wird erhört. Gott macht uns durch Seinen Heiligen Geist fähig, Verführungen zu durchschauen und ihnen zu widerstehen.
 
Der Fürst dieser Welt weiß, dass seine Zeit ausläuft und seine Herrschaft begrenzt ist. Er weiß, dass dem Retter der Welt das Recht zusteht, das letzte entscheidende Wort über Tod und Leben zu sprechen. Dieses letzte Wort wird von vielen gefürchtet, von anderen aber mit Jubel begrüßt – es steht für einen neuen Anfang: Siehe, Ich komme bald, und Ich mache alles neu!
 
Sr. Joela Krüger
© Evangelische Marienschwesternschaft e.V., Darmstadt
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