Aus Trümmern neues Leben
– so begann die Evangelische Marienschwesternschaft ...
11. September 1944 – ein Datum, das kein Darmstädter vergisst:
die völlige Zerstörung der Stadt – mit über 12 000 Toten in einer Nacht.
Die beiden Jugendleiterinnen, Dr. Klara Schlink
(später Mutter Basilea)
und Erika Madauss (später Mutter Martyria) hatten
jahrelang um eine Erweckung für ihre Bibelkreise gebetet.
Doch erst in Todesnähe wurden die jungen Menschen
aufgeweckt, aufgeschreckt und erschüttert
...über viel Lauheit, Gleichgültigkeit und halbherziges Christenleben.
Es ging für sie jetzt nur noch um Tod oder Leben.
Als die Mädchen begannen, ihre Sünden im Licht Gottes zu sehen und zu bekennen, brachen sie durch zu ...
... einer Vergebungserfahrung wie nie vorher und damit zu großem Dank,
zur Freude, Liebe und Hingabe an Jesus Christus.
Einige der jungen Frauen wussten sich zu einem gemeinsamen Leben berufen, und so kam es am ...
30. März 1947 zur Gründung der Marienschwesternschaft
in Mutter Basileas Elternhaus auf dem Steinberg in Darmstadt.
Gott führte die junge Schwesternfamilie bald
aus der Enge des Steinberghauses in die Weite und ...
auf ein eigenes Stück Land, das zwar noch öde war,
aber später zum „kleinen Land Kanaan“ werden sollte ...
Und Er gab unseren Müttern den Auftrag,
auf diesem ersten geschenkten Gelände ...
... zuerst eine Kapelle zur Anbetung Gottes zu errichten,
bestätigt durch das Bibelwort:
„Sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.“ (2.Mose 25,8)
– Text auf dem Eingangsmonument, aus Trümmersteinen erbaut
Aber wie sollten wir bauen mit nur 30 DM in der Kasse?
An eine Baufirma war gar nicht zu denken ...
So legten die Schwestern selbst Hand an und begannen, das Fundament auszugraben ...
Jemand aus der Stadtverwaltung schlug vor, dass den Schwestern Ruinen zum
Abreißen zur Verfügung gestellt würden, und sie nahmen das Angebot gerne an.
Jeder Stein musste abgeklopft und gesäubert werden,
ehe er zum Bauen verwendet werden konnte.
Nach Wochen schwerer Arbeit waren Anfänge der Mauern für Kapelle und Mutterhaus zu sehen.
Es war allerdings auch ein Lernprozess mit vielen Glaubensproben und
Möglichkeiten, im Miteinander des Alltags Versöhnung zu praktizieren ...
wenn durch Ungeschickllichkeit einer Schwester die schwere Kipplore
immer wieder aus den Schienen sprang...Das Schlüsselwort war: „Bitte vergib mir!“
Unter Anleitung eines freundlichen Vorarbeiters machte die Arbeit Fortschritte,
und imSeptember 1952 ...
konnte die „Kapelle von den Leiden Jesu“ eingeweiht werden.
Die Fahne am Eingang gibt Zeugnis davon: Kapelle und Mutterhaus wurden
"erbaut allein durch die Hilfe des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat..."
Gott ist treu und hat den Bau hinausgeführt – ohne staatliche oder kirchliche Zuschüsse,
allein auf dem Weg des Glaubens und Vertrauens.
Der Auftrag der Anbetung war der erste, den Gott uns gegeben hat, und er wird bis zuletzt
dem Herrn der wichtigste bleiben – besonders in dieser Zeit Seiner großen Verunehrung.